Spule 4

Lösungen für Internet-Shops

Gerade für den Fachhandel, der bereits vor Ort mit einem eigenen Ladengeschäft Präsenz zeigt, bietet das Internet seit wenigen Jahren eine zusätzliche Möglichkeit, überregional Produkte an die Frau und an den Mann zu bringen.

Wer im Internet etwas verkaufen will, sollte schon im Vorfeld einige Fragen klären: Wie hoch ist der finanzielle und technische Aufwand? Wie soll ein potenzieller Käufer auf meine Produkte aufmerksam werden? Wie sollen die Waren präsentiert werden? Soll das Angebot ausbaufähig sein? Soll ein Warenwirtschafts-Programm eingebunden werden? Was ist in rechtlicher Hinsicht zu beachten?

Praktisch alle diese Fragen haben auch mit der technischen Umsetzung eines Internet-Projektes zu tun. Konkret heißt das:

Welche technische Lösung ist für meine Bedürfnisse die beste?

Wer nur einige ausgewählte, hochwertige Produkte präsentieren möchte, wird nicht unbedingt auf eine Software-Lösung für einen Internet-Shop zurückgreifen müssen. So gibt es etliche Beispiele von Antiquitätenhändlern im Internet, die ihre Einzelstücke auf nicht-interaktiven Seiten ohne Warenkorb online stellen. Sobald es sich um ein größeres Sortiment mit Neuware handelt, ist eine Software-Lösung zu empfehlen, mit der sich einfach verschiedene Warenkategorien anlegen lässt, eine Warenkorbfunktion bietet und verschiedene Möglichkeiten für die Zahlungsabwicklung bereitstellt.

Mittlerweile bieten einige große Webhosting-Provider eigene, vorkonfigurierte Shop-Lösungen "von der Stange" an. In vielen Fällen sind diese Shops mit Skepsis zu betrachten: Häufig ist die Auffindbarkeit mittels Suchmaschinen mangelhaft und die Flexibilität hinsichtlich einer individuellen Gestaltung eingeschränkt. Als Vorteil sei die für absolute Laien meist einfachere Bedienung genannt. Die mangelnde Auffindbarkeit eines Internetprojektes über Suchmaschinen könnte man allerdings als ein absolutes K.O.-Kriterium sehen (siehe "Google & Co").

Shop-Software Open-Source

Neben etlichen Software-Lösungen, deren Anschaffung und Nutzung kostenpflichtig ist, gibt es mittlerweile mit OsCommerce eine frei verfügbare "Open-Source"-Variante, die bei vielen Internet-Shops im produktiven Einsatz ist. Eine selbständige Weiterentwicklung aus OsCommerce ist die Software xt:commerce, die sich insbesondere im deutschsprachigen Raum einer steigenden Beliebtheit erfreut. Im folgenden möchte ich auf gemeinsame Leistungsmerkmale beider Lösungen aber auch Unterschiede eingehen.

OsCommerce oder xt:commerce

Beide Varianten warten mit einem hohen Maß an Flexibilität und Erweiterbarkeit auf. Insbesondere OsCommerce bietet eine Vielzahl von zusätzlichen Modulen, wobei xt:commerce viele wichtige Module, die schon auf den EU-Binnenmarkt abgestimmt sind, in der Basis-Installation mitbringt. An beide Systeme lässt die u.a. die frei verfügbare Warenwirtschaft CAO-Faktura anbinden, beide Lösungen erlauben den automatisierten Import großer Artikel-Mengen mittels CSV-Datei.

xt:commerce bietet einfachere, durchdachtere Möglichkeiten der individuellen Gestaltung durch einen Webdesigner, da mit seperaten Design-Vorlagen ("Templates") gearbeitet werden kann, während bei OsCommerce eine Vielzahl von Dateien bearbeitet werden muss, um ein unverwechselbares Aussehen zu gestalten. Andererseits sorgt das Template-System von xt:commerce für eine höhere Serverbelastung, so dass ein OsCommerce-Shop häufig schneller "läuft".

Geradezu vorbildlich sind bei Xt:commerce die Optimierungsmöglichkeiten von Produkten für Suchmaschinen, die bereits in der aktuellen Basis-Installation mitgeliefert werden. Bei OsCommerce muss hier mittels eines weiteren Moduls Hand angelegt werden. So kann für jedes Produkt ein individueller Titel (entsprechender HTML-Code) gewählt werden, der nicht nur für die Reihenfolge, sondern auch für das Erscheinungsbild einer Listung in Suchmaschinen wichtig ist.

In Bezug auf xt:commerce sollte nicht verschwiegen werden, dass die Software an sich frei verfügbar ist; ein Support durch die Software-Entwickler wird allerdings nur in einem kostenpflichtigen Sponsoren-Forum geleistet, so dass die entsprechende Community bei OsCommerce deutlich größer ist. Allerdings gibt es auch für xt:commerce mittlerweile ein freies Forum, in dem sich Anwender gegenseitig unterstützen (Link s.u.).

Fazit

Für diejenigen, die ihr Sortiment nicht nur ansprechend präsentieren möchten, sondern auch verkaufen wollen, wird xt:commerce häufig erste Wahl sein. Wenn es um technische Produkte geht (z.B. Hardware) und das Wissen ausreicht, um ab und an mal selbst an der Software Hand anzulegen (Erweiterungen), wird sicherlich auch mit OsCommerce gut fahren. Wer eine bereits gut besuchte Website mit einem einfachen Shop erweitern möchte, kann auch bei den Angeboten "von der Stange" fündig werden.

Links und Literatur

oscommerce.de (deutsche Projektseite)
xt-commerce.com (Seite der Entwickler)
ecombase-Forum (Anwenderforum xt-commerce)
CAO-Faktura (freie Warenwirtschaftssoftware)
Einstieg in osCommerce/xt:Commerce (Gutes Buch zum Thema sowie angeschlossenes Forum)
Shop-Systeme (Eine Einführung)